Bei verschiedenen Reihenuntersuchungen in den letzten Jahren stellten Augenärzte bei etwa 30 Prozent der Kinder im Alter von drei bis vier Jahren Sehstörungen fest.

Die Auffälligkeiten reichen von Schielen über Wahrnehmungsstörungen  bis zu einer unzureichenden Entwicklung der Sehfähigkeit. Ein Spezialist einer Uni-Augenklinik sagte dazu: „Das Ergebnis bestätigt, was wir schon lange vermuten. Kinderärzte seien nicht ausreichend ausgebildet, um die Fehlsichtigkeiten zu diagnostizieren.“

Werden Augenerkrankungen bereits im frühen Kindesalter richtig behandelt, könnten viele chronische Erkrankungen und Fehlentwicklungen vermieden werden. Das wäre auch ein aktiver Beitrag zur Kostenreduzierung im Gesundheitswesen, da es langfristig Kosten reduziert.

Verschiedene Konzepte für ein augenärztliches Präventionsprogramm sind angedacht. Dabei denkt man an auch an eine erweiterte Vorsorgeuntersuchung U7. Noch sinnvoller könnte es jedoch sein, Augenärzte direkt in Kindergärten zu schicken. Viele Eltern nehmen die Vorsorgeuntersuchungen leider nicht mehr richtig wahr.

Richtiges Sehen ist u.a. eine wesentliche Voraussetzung für die geistige Entwicklung des Kindes. Sieht das Kind nicht optimal, können Fehlentwicklungen auftreten, die u.U. bis zur Legasthenie führen können. Wird eine Fehlsichtigkeit oder eine Wahrnehmungsstörung erst im Verlauf des ersten Schuljahres festgestellt, so kann diese Beeinträchtigung das Kind und dessen bereits nachhaltig beeinflusst haben.

Mitunter hat bereits die Grundschule ein so hohes Frustrationspotential, das die geamte Schullaufbahn beeinflusst wird. Mangelnde Konzentration, Unruhe, fehlende Lesemotivation und andere Auffälligkeiten können ein erster Hinweis sein. Viele Therapien müssen langfristiger und über Jahre angesetzt werden, weil die Ursachen zu spät erkannt wurden.

Eltern sollten den Besuch des Kindes beim Augenarzt bereits weit vor dem Beginn der Schule terminieren. Damit stellen die Eltern sicher, das ihr Kind mit optimalen Voraussetzungen den Schulstart meistert.